Das Lieblingsobst der Österreicher in eine knusprig-zarte Hülle verpackt.

Wie sehr ich mich im Sommer freue, wenn die ersten Äpfel reif werden. Zuerst kommen die Klaräpfel, die sowohl hellgrün, als auch rot sein können, danach sind die Gravensteiner dran. Eine sehr alte Sorte, die etwa ab Mitte August reif ist. Glücklicherweise haben wir so einen Apfelbaum in unserem Garten stehen, denn diese Äpfel sind ungelogen meine absoluten Lieblingsäpfel. Sie sind knackig-saftig mit einem köstlichen süß-säuerlichen Geschmack. Leider eignen sie sich nicht zum Einlagern, deshalb heißt es: so gut wie möglich verwerten! Neben meinem täglichen Joghurt mit Apfelstücken und Walnüssen am Morgen sind Apfelmus, Apfelkuchen und Apfelstrudel ein Muss mit diesen Äpfeln. Da es eine Sommersorte ist, ist die Schale relativ fein, weshalb man den Gravensteiner, genauso wie den Klarapfel, nicht schälen muss. Sobald man ihn geschnitten hat, fängt er allerdings relativ schnell an, braun zu werden. Deshalb empfiehlt es sich, ihn gleich mit Zitronensaft zu vermischen, um dem vorzubeugen.

Den Strudelteig für meine Strudel mache ich bereits seit langem selber, da er nicht aufwendig ist. Das Ausziehen kann manchmal vielleicht ein wenig knifflig sein, das geht zu zweit tatsächlich besser. Allerdings muss man aufpassen, dass die Fingernägel nicht zu lang und der Schmuck an den Fingern nicht zu üppig ist, sonst reißt der Teig beim Auseinanderziehen leicht auf. Eine genaue Anleitung findet ihr im Video unten.

Übrigens: der Strudel kann natürlich mit beliebigem Obst zubereitet werden! Gerade im Herbst schmeckt er herrlich mit frischen Zwetschken und mit Birnen. Im Frühling passt Rhabarber gut hinein und mit Marillen im Sommer schmeckt er auch köstlich. Aber falls man von alledem nichts bei der Hand hat: heimische Äpfel sind in Österreich glücklicherweise das ganze Jahr erhältlich.

Viel Spaß beim Nachbacken und gutes Gelingen!

Alles Liebe,

eure Veronika

Apfelstrudel

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Vorbereitungszeit 20 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde 15 Minuten
Ruhezeit 30 Minuten
Portionen 2 große Strudel
Knusprige Hülle, fruchtige Fülle – es geht doch nichts über einen selbst gebackenen Apfelstrudel.

Zutaten

Strudelteig

  • 300 g Mehl (glatt)
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 150 ml Wasser (lauwarm)
  • 1 EL Apfelessig

Butterbrösel

  • 100 g Butter
  • 120 g Brioche- oder Semmelbrösel
  • ev. 50 g Haselnüsse (gerieben und geröstet)
  • 100 g Zucker (siehe Hinweise unten)
  • 1,2 kg Äpfel

Sonstiges

  • Öl zum Bestreichen
  • Mehl für die Arbeitsfläche
  • zerlassene Butter zum Bestreichen

Anleitungen 

  • Alle Zutaten mit der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verkneten (ca. 10 min.).
  • Aus dem Teig zwei Kugeln formen und diese mit Öl bestreichen. Die Kugeln in einen kleinen Behälter legen und mit einem Deckel (oder mit Frischhaltefolie oder Wachstuch) verschließen (damit der Teig nicht austrocknet). Den Teig bei Zimmertemperatur eine halbe Stunde rasten lassen.
  • Für die Fülle die Butter in einer Pfanne zerlassen und die Brösel darin goldgelb rösten. Die Butterbrösel abkühlen lassen und in einer großen Schüssel mit dem Zucker vermengen.
  • Die Äpfel nur wenn unbedingt nötig schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Äpfel dünn blättrig schneiden (nach Belieben die Hälfte grob reiben).
  • Auf einem Tisch ein großes Tuch (Strudeltuch) ausbreiten und etwas Mehl in die Mitte geben. Eine Kugel darauflegen und diese ebenfalls mit etwas Mehl bestreuen. Nun die Kugel mit einem Nudelwalker zu einer dünnen Scheibe ausrollen.
  • Als nächstes die Teigscheibe mit beiden bemehlten Handrücken (am besten ohne Schmuck, sonst reißt der Teig) von der Mitte her ganz dünn ausziehen. Wenn die Fläche zu groß wird, dann wieder auf dem Tuch ablegen und dort noch weiter auseinanderziehen. Darauf achten, dass nicht nur die Mitte, sondern auch die Ränder schön dünn ausgezogen sind.
  • Nun die Hälfte der Butterbrösel-Zuckermischung auf dem unteren Drittel des Teiges verteilen. Die Ränder über die Fülle schlagen und mit zerlassener Butter bestreichen. Ebenso die zwei leeren Drittel der Teigplatte.
  • Den Strudel nun mithilfe des Strudeltuches von der belegten Seite her einrollen und auf ein Backblech legen. Mit dem zweiten Teig genauso verfahren.
  • Die Strudel auf dem Blech noch einmal großzügig mit Butter bestreichen und im vorgeheizten Rohr bei 180°C Heißluft etwa 30 – 35 min. goldgelb backen.

Notizen

  • Bei der Verwendung von Briochebröseln kann man die zusätzliche Zuckerzugabe reduzieren.
  • Variationen: Den Strudel auf die gleiche Weise mit Rhabarber, Kirschen, Weichseln, Marillen, Zwetschken, Birnen, etc. zubereiten – je nach Süße der Früchte sollte die Zuckerzugabe angepasst werden. Bei stark wasserhaltigen Früchten den Butterbröseln 1 – 2 EL Maisstärke hinzufügen, um die Flüssigkeit etwas zu binden
  • Tipp: Sollten die Ränder zu dick geraten sein, kann man diese mit einem Teigrad wegschneiden. Man muss sie aber nicht wegwerfen, sondern legt sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech, bestreicht sie mit Butter, bestreut sie mit beliebigen Saaten (beispielsweise Sesam) und bäckt sie im Rohr knusprig goldbraun. Ein toller Snack für zwischendurch!
Gericht: Kuchen & Co
Küche: Österreichisch

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