Aus hochwertigen Zutaten entstehen köstliche Gerichte.

Ich sehe es durchaus als Privileg, so nahe an der Lebensmittelproduktion zu stehen und genau zu wissen, auf welche Weise unsere Mittel zum Leben hergestellt werden. Gerade als Bäuerin sieht man vieles als selbstverständlich an, aber ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass man nichts für selbstverständlich erachten darf. Unsere Kinder, mein Mann und ich essen Fleisch, gerade deshalb weil wir wissen, wo und wie es produziert wird.

Die Klimakrise zeigt uns, dass wir vieles, vor allem gewohnte Annehmlichkeiten hinterfragen sollten. Dazu gehört meiner Meinung nach aber nicht die Viehwirtschaft wie wir sie in Österreich betreiben. Kleinstrukturierte Familienbetriebe mit durchschnittlich 23 Milchkühen, von denen viele auf die Weide dürfen. Eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft funktioniert in unseren Breiten eben nur mit Wiederkäuern, die, anders als wir Menschen, dank spezieller Pansenmikroben Energie aus Grünland gewinnen können und das Gras somit für uns Menschen in wertvolle Lebensmittel wie Milch und Fleisch umwandeln. Aus klimatechnischer Sicht ist Dauergrünland unbedingt zu erhalten, da es große Mengen an CO2 speichert. Vernünftig genutzt wird es als Futter für Wiederkäuer und so „ganz nebenbei“ wird dadurch auch noch die Landschaft gepflegt, was wiederum für den Tourismus eine wichtige Rolle spielt.

Deshalb ist es in Ordnung, Fleisch zu essen. Allerdings nur, wenn man darauf schaut, wo es herkommt. Österreichs Bauern setzen eines der strengsten Tierschutzgesetze um und jeder, dem Tiere am Herzen liegen, sollte das durch den Kauf von heimischem Fleisch unterstützen. Die Ernährungspyramide lehrt uns, dass wir aus gesundheitlichen Gründen sowieso nicht zu viel Fleisch essen sollten – dann muss auch kein Billigfleisch mehr auf unseren Tellern landen, sondern es darf ruhig ein wenig mehr kosten. Und wer Fleisch gleich direkt beim Bauern kauft, schafft etwas ganz Besonderes: nämlich den Blick über den Tellerrand. Und vielleicht gibt es dabei so manche Entdeckung und neue Erfahrung, die einen die Welt gleich wieder mit anderen Augen sehen lässt. Weil man eben nichts für selbstverständlich erachten darf.

Viel Freude beim Kochen und Genießen wünscht euch

Veronika

Kalbsrahmgulasch

4.85 von 19 Bewertungen
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 2 Stunden
Portionen 4 Personen
Mit heimischem Kalbfleisch wird aus dem Klassiker ein wahrer Genuss.

Zutaten

  • 2 Stück große Zwiebeln
  • 1 Stück Knoblauchzehe
  • Öl zum Anbraten
  • 2 EL Paprikapulver
  • 200 ml Rotwein
  • 1,5 Liter Wasser
  • 1 kg Kalbsgulaschfleisch
  • 125 ml Sauerrahm
  • 2 EL Mehl
  • 1 KL abgeriebene Zitronenschale
  • Salz, Pfeffer

Anleitungen 

  • Die Zwiebeln in Würfel schneiden, die Knoblauchzehe fein hacken.
  • In einem Topf Öl erhitzen und die Zwiebeln anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Nun die Knoblauchzehe hinzufügen und noch kurz weiterbraten. Nun das Paprikapulver zugeben, kurz durchrühren und mit Rotwein ablöschen. Mit dem Wasser aufgießen und alles eine halbe Stunde offen verkochen lassen. Dann mit dem Pürierstab fein pürieren und wieder auf den Herd stellen.
  • Das Kalbfleisch in ca. 2×2 bis 3×3 cm große Stücke schneiden und in die Sauce einrühren. Das Gulasch aufkochen lassen und dann bei mittlerer Hitze ohne Deckel ca. 1 ½ Stunden köcheln lassen. Zwischendurch bei Bedarf etwas Wasser nachgießen.
  • Dann etwas Wasser (oder falls genug Sauce vorhanden ist, einen Schöpfer von der Sauce) mit dem Sauerrahm und dem Mehl pürieren. Alles ins Gulasch einrühren und nochmals ein paar Minuten verkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Zitronenschale würzen.

Notizen

Mit Spätzle genießen.
Gericht: Hauptgericht
Küche: Österreichisch

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