Winterlicher Kohl mit saftiger faschierter Fülle – es ist wieder einmal Zeit für Kohlrouladen!
„Mmmmh, Mama das schmeckt gut!“ Wie gerne Mamas doch diesen Satz hören – besonders dann, wenn keine Schnitzel, Pizzas, Spaghetti oder Pommes am Tisch stehen…
Wir waren immer Viel-Fleisch-Esser. Ich kannte es nicht anders. In meiner Familie gab es jeden Tag Fleisch und das behielt ich bis vor ein paar Jahren auch bei meinen Kindern so bei. Aber dann kam das Umdenken. Zuerst aß ich kein Fleisch mehr im Gasthaus, weil ich nicht wusste (und immer noch nicht weiß), wo es herkommt. Die Herkunftskennzeichnung ist in der Gastronomie nicht verpflichtend und es ist Realität, dass die meisten Restaurants ihr Fleisch (und leider auch viele andere Produkte) aus dem Ausland beziehen. Ich wurde also zum „Außer-Haus-Vegetarier“.
Dann begann ich auch zuhause immer mehr Gemüsegerichte einzubauen, das heißt, ich begann meine Familie mit immer mehr fleischlosen Gerichten zu beglücken. Es war mühsam – und ist es immer noch. Aber Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Und auch wenn immer noch bei ein paar Gerichten die Nasen gerümpft werden – es wird besser. Langsam, aber sicher kommt die Umstellung bei den Kindern an. Irgendwann setzt wohl auch hier ein gewisser Gewöhnungseffekt ein.
Wir sind ja in der glücklichen Lage, dass wir Fleisch von unseren eigenen Kälbern haben, das heißt beim Fleisch wissen wir immer genau was auf unserem Teller liegt. Und trotzdem ist das kein Grund, es jeden Tag zu essen. Weil viel Gemüse einfach gesünder ist. Und weil Fleisch etwas Besonderes ist und bleiben soll, auch wenn wir es selbst produzieren.
Aber warum erzähle ich das alles bei einem Gericht, bei dem es um mit Fleisch gefüllte Kohlrouladen geht? Das oben genannte Lob bekam ich von meinen Kindern für dieses Gericht, und gemeint war dabei nicht nur die Fleischfülle, die sich innerhalb der Kohlblätter befand, sondern auch die Kohlblätter rundherum. Und alles wurde mit großem Appetit ratzeputz aufgegessen. Es sind eben die kleinen Erfolge, die einem Glücksgefühle bescheren können.
Deshalb mache ich weiter. Unermüdlich. Mit viel Gemüse und wenig Fleisch. Auch wenn die Kinder bei manchen Speisen die Nasen rümpfen bis sie groß sind. Irgendwann werden sie es schätzen und froh darüber sein, was sie zuhause hatten. Die Hoffnung stirbt zuletzt 🙂
Na, dann: lasst es euch schmecken!




1 Comment