Resteverwertung auf die süße Art – dieser Sirup ist ein herrlicher Durstlöscher an heißen Tagen.

Heute, am 26. Mai 2022 ist der Tag der Lebensmittelrettung. Rechnerisch gesehen werden alle Lebensmittel, die von Jahresbeginn bis zu diesem Tag produziert wurden, weggeworfen – das sind durchschnittlich 60 kg pro Person im Jahr. Unfassbar. Unglaublich. Schrecklich. Woran liegt das? Ich würde sagen, es ist wohl eine der größten Sünden unserer Wohlstandsgesellschaft: der achtlose Umgang mit Essen und wertvollen Lebensmitteln. Die Regierung spricht immer von der Versorgung mit “günstigen” Nahrungsmitteln, Essen muss leistbar sein. Aber kann es sein, dass dieses, an sich ehrenwerte Bestreben, in die Hose gegangen ist?

Wurde vor ca. 70 Jahren noch 45 Prozent des Haushaltsgeldes für Lebensmittel ausgegeben, sind es heute nur noch knapp 12 Prozent. Sogar für Freizeit, Sport und Hobby sitzt das Geld lockerer als für´s Essen. Zwar hat die Corona-Krise kurzfristig das Einkaufsverhalten etwas verändert, aber im Großen und Ganzen kehren wir wieder auf dieses Niveau zurück. Da stellt man sich doch die Frage: sind die Lebensmittel nicht zu billig? Wie wäre es, wenn sie teurer wären, wir aber einfach sorgsamer damit umgehen und nicht so viel wegschmeißen würden? Dann kämen wir eigentlich wieder aufs Gleiche raus. Keiner müsste insgesamt mehr Geld ausgeben, weil er das, was er kauft, auch besser schätzt und nützt…

Jedenfalls versuche ich zuhause, möglichst wenig wegzuwerfen – und wenn, dann landet es bei den Hühnern oder auf dem Kompost- oder Misthaufen. So wird es wieder einer sinnvollen Verwertung zugeführt.

Mir war es aber immer schon ein Dorn im Auge, dass ich die Schalen der Rhabarberstangen auf den Misthaufen geschmissen habe. Schälen möchte ich den Rhabarber aber doch, da ansonsten so unangenehme Fäden im Kuchen sind. Deshalb wollte ich aus den Schalen noch etwas anderes zubereiten – und bin auf diesen Sirup gestoßen. Er schmeckt sehr gut und die teils rote Farbe der Schalen färbt den Sirup so schön rosarot. Zwar wirft man die Schalenreste dann auch weg, aber zumindest wurden sie noch einmal genutzt. Und wer weiß, vielleicht probiere ich auch mit diesen gekochten Schalenresten noch etwas aus? Vielleicht ein Mus, schauen wir mal, ob das klappt… Wenn’s was wird, dann lass ich es euch auf jeden Fall wissen.

Also, auf zur kreativen Lebensmittelrettung, denn: “Die Königin der Kochrezepte ist die Phantasie.”

Alles Liebe,

eure Veronika

Rhabarbersirup

5 von 6 Bewertungen
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Portionen 4 Flaschen á 300 ml

Zutaten

  • Schalen von 1 kg Rhabarber (z.B. die vom Kuchenbacken übrig geblieben sind)
  • 2 Liter Wasser
  • Saft von 2 Zitronen
  • 600 g Zucker
  • 2 TL Zitronensäure

Anleitungen 

  • Rhabarberschalen in einen Topf geben und das Wasser mit dem Zitronensaft dazu gießen. Alles aufkochen und etwa 5 Minuten sanft köcheln lassen.
  • Topf vom Herd nehmen, zudecken und so lange stehen lassen, bis die Mischung völlig ausgekühlt ist.
  • Nun den Saft durch ein feines Sieb gießen und wieder in den Topf zurückleeren. Mit dem Zucker und der Zitronensäure erneut aufkochen, kochend heiß in sterilisierte Flaschen füllen und sofort verschließen.

Notizen

  • Sollten keine Rhabarberschalen vorhanden sein, kann man natürlich auch 3 ganze Rhabarberstangen (groß, mit Schale!) nehmen.
  • Den Sirup mit Mineralwasser verdünnen und mit Melissenblättern und einer Zitronenscheibe garnieren.
  • Wenn man den Sirup mit Mineralwasser und Weißwein aufspritzt erhält man einen schmackhaften Rhabarberspritzer!
  • Mit Prosecco und Soda vermischt wird daraus ein erfrischender Rhabarber-Hugo.
  • Achtung: in größeren Mengen getrunken, wirkt der Sirup (aufgrund der Oxalsäure des Rhabarbers) abführend!
Gericht: Resteverwertung, Selbstgemachtes, Sommer im Glas, Sonstige Köstlichkeiten
Land & Region: Österreichisch

Schreibe einen Kommentar

Rezept Bewertung