Selbst gemachter Kräutersirup als köstliche Alternative zu herkömmlichen Limonaden.

Früher, als ich ein Kind war, gab es in unserer Familie nur an bestimmten Tagen Limo zu trinken, eigentlich nur, wenn wir essen gingen – da bekamen wir dann das sogenannte „Feiertagskracherl“. Zuhause und „werktags“ tranken wir hauseigenen Apfelsaft und Mamas selbst gemachte Kräutersirupe. Ein Zitronenmelissensirup mit Mineralwasser gespritzt war sozusagen unser „Sprite“ – und es schmeckte uns hervorragend.

Meine Kinder dürfen natürlich Limo trinken – wie könnte man Jugendliche in der heutigen Zeit von irgendetwas, das sie unbedingt wollen, abhalten? Allerdings haben wir nur selten Limo zuhause und wenn, dann auch nur zu bestimmten Anlässen. Lieber sind mir da (wie schon früher meiner Mutter) selbst gemachte Sirupe. Keine Frage: der beste Durstlöscher ist und bleibt Leitungswasser. Aber gerade im Sommer ist die Lust nach etwas Spritzigerem groß. Deshalb veredle ich Rhabarber (siehe Rhabarbersirup), Holunderblüten, Zitronenmelisse und Co. zu köstlichen Sirupen. Das Beste daran ist nämlich: hier kann man die Süße selbst bestimmen! Und aufgepeppt mit einer Zitronenscheibe und ein paar Blättern Zitronenmelisse kann ich mir kein besseres Sommergetränk vorstellen.

Wie gut, dass so ein Sirup wunderbar schnell gemacht ist – zuerst den Ansatz aus Kräutern, Zitronenscheiben (falls vorhanden kann man auch ein paar Orangenscheiben dazu geben – aber aufpassen: immer nur in Bio-Qualität!), Zitronensäure und Wasser herstellen, einen Tag stehen lassen, mit Zucker aufkochen, abfüllen, fertig! Verwenden kann man hier alle möglichen Kräuter. So schmeckt dieser Sirup sogar mit jungen Brennnesselblättern herrlich und natürlich ganz klassisch mit Holunderblüten. Wer verschiedene Kräuter im Garten hat, kann auch mal eine Kräutermischung ausprobieren – der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt!

Ich wünsche euch eine schöne Einkochzeit und frohes Schaffen.

Veronika

Zitronenmelissensirup

4.64 von 33 Bewertungen
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 15 Minuten
Wartezeit 1 day
Servings 4.5 Liter Sirup
Aus meiner stark wuchernden Zitronenmelisse mache ich am liebsten Sirup. Hier das Rezept. Gutes Gelingen!

Zutaten

  • 25 – 30 Stängel Zitronenmelisse
  • 100 g Zitronensäure
  • 3 Stück Bio-Zitronen
  • 3 Liter Wasser
  • 2 kg Kristallzucker

Anleitungen 

  • Die Zitronenmelisse in ein hohes, weites Glas füllen.
  • Die Zitronen heiß waschen, gut abtrocknen und in Scheiben schneiden. Gemeinsam mit der Zitronensäure ins Glas zur Zitronenmelisse geben und mit dem Wasser auffüllen.
  • Das Glas verschließen und die Mischung 24 Stunden stehen lassen.
  • Am nächsten Tag den Ansatz abseihen und mit dem Kristallzucker solange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat und die Flüssigkeit fast kocht. 
  • Den fertigen Sirup noch heiß in sterilisierte Flaschen abfüllen und diese sofort verschließen.

Notizen

  • Selbst gemachte Kräutersirupe sind mit Mineralwasser gespritzt nicht nur ein köstlicher Durstlöscher im Sommer, sie eignen sich auch hervorragend für diverse Hugo-Kreationen für laue Sommerabende.
  • Auf die gleiche Art und Weise stelle ich auch Holunderblütensirup her.
Gericht: Getränke, Vorratsküche
Küche: Österreichisch

14 Comments

  1. Griaß di‘, liebe Veronika!
    Die Zitronensäue ist ja total ungesund, weil sie von Aspergillus niger (Schwarzer Schimmelpilz) gewonnen wird. Hast du da nicht eine andere Möglichkeit. Ich versuche bereits ausschließlich Bio-Zitronen zu verwenden.

    Danke für deine Meinung, respektive Rückmeldung.

    G’sunde Grüße, Martina =)

    • Grüß dich, liebe Martina!
      Selbstverständlich kann man die Zitronensäure durch entsprechend viele Zitronen bzw. Zitronensaft ersetzen. Das ist auf jeden Fall eine gute Alternative!
      LG, Veronika

      • Hallo. Vielen Dank für das Rezept. Ich habe es gerade gemacht und abgefüllt und frage mich nun, wonach es am besten lagere? Muss es gekühlt stehen? Und wie ist es mit Druck auf der Flasche? Muss man sie ab und zu mal offnen?

        • Liebe Vanessa, den Sirup lagere ich im Keller bei gemäßigter Temperatur, er muss also nicht gekühlt stehen. Bitte die Flaschen auf keinen Fall öffnen, wenn du ihn nicht trinken willst. Durch das Abkühlen des Sirups in der geschlossenen Flasche entsteht ein Vakuum, das erhalten bleiben muss, damit die Haltbarkeit gegeben ist. Nach dem Öffnen sollte man den Sirup im Kühlschrank lagern und relativ bald aufbrauchen.
          Ich wünsch dir weiterhin viel Freude beim Nachkochen und -backen!
          Liebe Grüße,
          Veronika

  2. Muss das Wasser zum Auffüllen ab gekocht sein? Oder geht einfaches Leitungswasser?

    • Liebe Sandra,
      das Wasser muss nicht abgekocht sein, da der Sirup vor dem Abfüllen sowieso noch einmal erhitzt wird.
      Gutes Gelingen und schöne Grüße,
      Veronika

    • 5 Sterne
      Liebe Renate!
      Der Sirup hält bis zu einem Jahr (ich lagere ihn im Keller).
      Gutes Gelingen!
      Liebe Grüße,
      Veronika

  3. Hallo Veronica,

    sollen es wirklich 100 g Zitronensäure sein? Das ist aber arg viel. Was kann ich stattdessen nehmen?

    • Liebe Christiane,
      auf die Menge von 3 Liter Wasser sind 100 g Zitronensäure durchaus eine gängige Menge. Zitronensäure säuert ja nicht nur, sondern konserviert auch. Alternativ kannst du natürlich echten Zitronensaft nehmen, brauchst allerdings relativ viel davon, in etwa 8 – 10 Bio-Zitronen auf 1 Liter Wasser. Hier kann es allerdings sein, dass der Sirup nicht so lange haltbar ist. Eventuell geht auch der pasteurisierte Zitronensaft aus der Flasche – vielleicht hat der sogar bessere Auswirkungen auf die Haltbarkeit als der frische Zitronensaft.
      Wünsche dir jedenfalls viel Freude beim Ausprobieren und gutes Gelingen!
      Schöne Grüße,
      Veronika

Write A Comment