Außen knusprig, innen weich – ein perfektes Jausenbrot, ganz ohne Sauerteig!

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei, der große Besuch blieb aufgrund des dritten Lockdowns heuer aus. Somit war es ruhiger als sonst und das Festessen fiel auch nicht ganz so üppig aus. Kurz vor dem Jahreswechsel bleibt wieder mal etwas Zeit, um Brot zu backen. Seit sage und schreibe 20 Jahren meine absolute Lieblingsbeschäftigung.

Also: Kühlschrank auf, Sauerteig raus, und los geht’s! Aber was ist das? Der Sauerteig ist schlecht geworden. Das ist mir bisher erst sehr selten passiert… Aber der Sauerteig ist eben ein Gefüge aus lebenden Organismen, wie Milchsäurebakterien und Hefepilzen. Und wenn die sonst so braven Milchsäurebakterien mehr Essig- als Milchsäure produzieren, dann riecht der Sauerteig leider nicht mehr angenehm-säuerlich sondern sauer-stechend. Und genau das ist passiert…

Tja, ein anderes Rezept muss her. Ich möchte aber keine normalen weißen Brötchen backen, sondern trotz des fehlenden Sauerteiges ein rustikales, würziges Brot. Da ich auch schon längst einmal ein Erdäpfelbrot ausprobieren wollte, habe ich mich einfach daran gemacht. Allerdings hatte ich keine gekochten und passierten Erdäpfel zu Hand, sehr wohl aber Erdäpfelpüree vom Vortag im Kühlschrank. Naja, woraus besteht Erdäpfelpüree? Erdäpfel, Milch, Salz – genau solche Zutaten, die auch in einem Brot toll schmecken. Also rein damit! Ich muss schon zugeben, es war ein etwas gewagtes Experiment, aber herausgekommen ist ein ganz wunderbar würziges Brot, das mit jedem beliebigen Belag herrlich schmeckt – und eine sinnvolle Resteverwertung ist es gleich noch dazu.

Natürlich kann man für dieses Brot auch die Erdäpfel extra kochen, dann aber gleich noch heiß durch die Erdäpfelpresse drücken und anschließend vollständig auskühlen lassen. Die noch warmen Erdäpfel sollte man nicht für den Teig verwenden, da er dadurch zäh werden kann. Da ja kein Sauerteig verwendet wird, sorgt etwas Joghurt für das Säuerliche im Teig.

Aber trotz allem fangen in einem neuen Ansatz die braven Milchsäurebakterien mit den Hefepilzen wieder ihre wertvolle Arbeit an… 😉

Ich wünsche gutes Gelingen und viel Spaß beim Backen!

Erdäpfelbrot

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Vorbereitungszeit 1 Stunde 15 Minuten
Zubereitungszeit 1 Stunde
Portionen 3 Laibe

Zutaten

  • 500 g Roggenmehl (T960)
  • 500 g Weizenmehl (T700)
  • 200 g Joghurt
  • 300 g mehlige Erdäpfel gekocht, passiert und ausgekühlt (siehe auch Hinweis!)
  • 20 g Brotgewürz
  • 30 g Salz
  • 10 g Zucker
  • 40 g Germ (frisch)
  • 400 – 500 ml Wasser (lauwarm)

Anleitungen 

  • Germ im lauwarmen Wasser auflösen und mit den restlichen Zutaten zu einem mittelfesten, glatten Teig verkneten. Den Teig etwa eine Stunde gehen lassen.
  • Dann den Teig in drei gleich große Stücke teilen und rund kneten. Nun mit dem Schluss nach unten in ein gut bemehltes Gärkörbchen legen und nochmals etwa 15 – 20 min. gehen lassen.
  • Das Backrohr auf 250 °C Heißluft aufheizen.
  • Die Brote vorsichtig auf ein mit Backpapier belegtes Blech stürzen und im Rohr mit viel Dampf 10 min. anbacken. Danach die Temperatur auf 180 °C reduzieren und ca. 30 – 35 min. fertig backen.
  • Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Notizen

  • Statt der extra gekochten Erdäpfel kann man auch ohne Weiteres übrig gebliebenes Erdäpfelpüree verwenden, dann allerdings die Salzmenge im Brot geringfügig reduzieren.
Gericht: Brot und Gebäck
Land & Region: Österreichisch

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