Normal kann jeder – es lebe die Einzigartigkeit!

Sie hat Einzug gehalten, unweigerlich und unausweichlich sind wir hineingerutscht. Nun ja, es ist ja nicht so, dass es überraschend kam. Man weiß ja, was so alles auf einen zukommt im Leben. Und plötzlich denke ich an meine Jugend zurück. „Du bist die Schlimmste von allen“, höre ich meine Mutter von früher seufzend jammern. Aber gut, ich habe drei ältere Brüder. Vermutlich war meine Mutter von daher einfach nur ein bisschen zu sehr verwöhnt… 😉

Jedenfalls stecken auch wir jetzt mittendrin, in diesem Wahnsinn auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Und die Probleme sind immer noch die gleichen, heute wie damals. „Ich sehe so blöd aus, ich mag mich nicht.“ Sätze, die ich oft zu hören bekomme, kein Wunder mit drei Mädchen zwischen 16 und elf. Und wer jetzt denkt: naja, Elfjährige machen ja eh noch keine Probleme – da kann ich nur matt lächeln und an den Satz meiner Mutter von damals denken. Definitiv ein Beweis dafür, dass es sie gibt, die sogenannte ausgleichende Gerechtigkeit.

„Aber wieso denn nicht, mein Schatz?“ kommt meine „mitfühlende-Mutter-Standardantwort“.

Was für eine blöde Frage, denke ich mir. Denn woher sollen sie das denn wissen? Viele Pubertierende mögen einfach nichts. Sie mögen sich nicht, sie mögen die Eltern nicht, sie mögen die Geschwister nicht und den Rest der Welt auch nicht. Es ist ein Lernprozess, sich so anzunehmen wie man ist. Aber es ist so schwierig, denn Perfektion ist allgegenwärtig. Gut aussehende Filmstars, coole Sänger und Sängerinnen und perfekte Models. Sie alle zeigen vor, wie das ultimative Leben auszusehen hat, damit man es schafft. Dass Mama und Papa absolut nicht perfekt sind und sich trotzdem gefunden haben, weil letztendlich im Leben nicht das makellose Aussehen, sondern vielmehr das gute Menschsein an sich zählt, wird komplett ausgeblendet. Das passt auch nicht in das gefilterte Instagram/TikTok/Snapchat-Zeitalter. Aber wo bleibt die Einzigartigkeit? Wo bleibt das, was einen Menschen wirklich zu einem Menschen macht? Was nützt mir die Schönheit, wenn nichts dahintersteckt und alles nur Show ist? Was bleibt übrig, wenn die Seifenblase platzt?

Wir Erwachsenen sind die Vorbilder, auch ohne, dass es uns tatsächlich bewusst ist. Wenn ich mich über Personen lustig mache, weil sie nicht so sind, was wir als „normal“ empfinden, dann geht das auch auf die Kinder über. Dabei ist ja die Verschiedenheit das, was das Leben bunt macht und das zu erkennen, zu akzeptieren und zu respektieren ist der erste Schritt zu mehr Toleranz – und zu ausgeglicheneren Menschen, ob groß oder klein. Und seien wir mal ehrlich: mehr Farbe kann unser Leben und die Welt definitiv vertragen…

Sogar mein Milchbrot durfte diesmal anders sein. Zu Hilfe kam mir dabei ein Pulver aus gefriergetrockneten Heidelbeeren, das den Teig so wunderbar violett färbt. Wer es lieber rosa mag, der kann auch Erdbeerpulver verwenden. Natürliche Farbstoffe ganz ohne E-Nummern und unerwünschte Zusatzstoffe für mehr Farbe auf unseren Tellern. Was für eine Freude für´s Auge, denn das isst ja bekanntlich mit.

Traut euch bunt zu sein!

Alles Liebe,

eure Veronika

Heidelbeer-Milchbrot

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Vorbereitungszeit 1 Stunde 20 Minuten
Zubereitungszeit 45 Minuten
Portionen 1 Milchbrot

Zutaten

Heller Germteig

  • 250 g Weizenmehl (Type 700)
  • 10 g Germ (frisch)
  • 1 Prise Salz
  • 25 g Zucker
  • 25 g Butter (sehr weich)
  • 1 Stück Ei
  • 100 ml Milch (lauwarm)
  • abgeriebene Schale von 1/2 Zitrone

Heidelbeer-Teig

  • gleiche Zutaten wie oben
  • 10 g Heidelbeerpulver

Anleitungen 

  • Für den hellen Germteig die Milch mit dem Germ verrühren und mit den restlichen Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
  • Für den Heidelbeer-Germteig zuerst das Mehl mit dem Heidelbeerpulver vermischen, ansonsten gleiche Zubereitung wie der helle Germteig. Beide Teige getrennt etwa eine Stunde gehen lassen.
  • Beide Teige auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu zwei gleich großen Rechtecken ausrollen und aufeinanderlegen. Nun die Platten gemeinsam von der Längsseite her wie einen Strudel einrollen. Den Strudel der Länge nach in der Mitte durchschneiden, und beide Teile mit der Innenseite nach außen zu einem Strudel drehen. Nun sollten die verschiedenen Schichten zu sehen sein. 
  • Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und den Strudel einlegen. Mit Wasser besprühen und im vorgeheizten Backrohr bei 180 °C Heißluft etwa 25 min. backen, am besten mit Dampf (wenn vorhanden).
  • Das fertige Milchbrot aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Notizen

  • Je länger man einem Germteig Zeit lässt um aufzugehen, desto „fluffiger“ und besser wird letztendlich das Ergebnis!
  • Statt dem Heidelbeerpulver kann man natürlich auch andere Fruchtpulver verwenden: Erdbeer, Himbeer, Marille, … Einem Regenbogen-Milchbrot steht somit nichts mehr im Wege!
Gericht: Brot und Gebäck
Land & Region: Österreichisch

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