„Gabel her, d´Messer g´wetzt, Knödl kemman jetzt!“

Knödel sind in ganz Österreich beliebt. Sie sind nicht nur schmackhaft, sondern auch sättigend und nebenbei eine praktische Resteverwertung. Außerdem kann man sie nicht nur als Beilage, sondern mit einer einfacheren Sauce durchaus auch als Hauptspeise verwenden. Grund genug, hier einmal das Basis-Grundrezept für Semmelknödel „auszupacken“.

Die Grundzutat sind trockene Semmelwürfel, das sogenannte „Knödelbrot“. Und hier geht die Resteverwertung schon los – denn es können alle möglichen Brotreste verwendet werden. Auch wenn die klassischen Semmelknödel (wie der Name schon sagt) aus Weißbrot bestehen, so kann man durchaus auch Schwarzbrot- oder Vollkornbrotwürfel daruntermischen. Wichtig ist, sich mit der Flüssigkeitsmenge nach der Trockenheit des Brotes zu richten. Nimmt man sehr gut durchgetrocknetes Brot, braucht man auch mehr Flüssigkeit. Außerdem muss man dem Brot Zeit geben, die Flüssigkeit aufzunehmen, 20 min. sollte die ganze Masse mindestens rasten. Ansonsten kann es passieren, dass sie beim Kochen auseinanderfällt, weil sie zuviel Kochwasser aufnimmt.

Um bei der Resteverwertung zu bleiben: unter den Semmelknödelteig kann man dann auch noch so einiges untermischen, damit aus der Beilage im Handumdrehen eine Hauptspeise wird. Wie etwa zerkleinerte Wurstreste, die man direkt unter den Teig mischt. Die Knödel wie im Rezept beschrieben weiterverarbeiten und eine Käse- oder Champignonsauce dazu servieren. Genauso funktioniert es auch mit Speckwürfeln oder etwa gekochten Gemüsewürfeln. Der Fantasie sind hier also keine Grenzen gesetzt!

Somit wünsche ich euch gutes Gelingen und lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Eure Veronika

Semmelknödel

4.56 von 9 Bewertungen
Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Portionen 4 Personen (als Beilage)

Zutaten

  • 1 Stück Zwiebel (klein)
  • 30 g Butter
  • 250 g Knödelbrot
  • 3 Stück Eier
  • 1 gestrichener TL Salz
  • 3 EL Petersilie
  • 2 EL Mehl (griffig oder glatt)
  • 150 – 250 ml Milch (Milchmenge hängt von der Trockenheit des Knödelbrotes ab)

Anleitungen 

  • Zwiebel in feine Würfel schneiden. In einem Topf Butter auf höchster Stufe zerlassen und die Zwiebel darin anbraten. 
  • Mit Milch aufgießen und nochmals erhitzen. Die ganze Mischung über das Knödelbrot gießen, die restlichen Zutaten zugeben und alles mit den Händen gut vermischen. Die Masse eine halbe Stunde rasten lassen, damit das Knödelbrot die Flüssigkeit gut aufsaugen kann.
  • Nun die Knödelbrotmasse grob in 8 Portionen teilen und jede Portion zu einem glatten Knödel formen. Dabei die Hände immer wieder in kaltes Wasser tauchen, so bleibt der Knödel nicht an den Händen kleben und man kann ihn schön formen.
  • Einen großen Topf zu etwa zwei Dritteln mit Wasser füllen und dies aufkochen lassen.
  • Das Wasser salzen und die Knödel einlegen. Die Hitze sofort reduzieren, die Knödel ca. 20 min. ziehen lassen (das Wasser sollte nicht mehr kochen).
  • Die Knödel mit einem Seihschöpfer herausheben und mit beliebiger Sauce servieren.

Notizen

  • WICHTIG: Die Flüssigkeitsmenge richtet sich immer nach der Trockenheit der Brotwürfel! Frisch geschnittenes Brot vom Vortag braucht wesentlich weniger Flüssigkeit als gut durchgetrocknetes Knödelbrot.
Variationen:
  • Rezept für Brennnessel-/Spinat-/Bärlauchknödel 
  • Wurst oder Speckknödel: zerkleinerte Wurst- oder Speckreste unter den Semmelknödelteig mischen und wie oben beschrieben weiterverarbeiten.
  • Gemüseknödel: gekochtes und zerkleinertes Gemüse unter den Teig mischen, perfekte Resteverwertung etwa für gekochtes Suppengemüse.
  • Kaspressknödel: Käsewürfel (am besten von würzigem Bergkäse) unter den Teig mengen, Knödel formen, diese zu Laibchen drücken und in einer beschichteten Pfanne in wenig Fett beidseitig braten. In Suppe oder mit grünem Salat genießen.
  • Käseknödel: Kleine Käsebällchen vom Direktvermarkter oder ein Stück würzigen Käse oder eine kleine Mozzarellakugel mit dem Semmelknödelteig umhüllen und wie im Rezept beschrieben kochen. Dazu passt neben einer normalen Rahmsauce auch eine Tomatensauce.
Gericht: Beilage, Grundrezept
Land & Region: Österreichisch

Schreibe einen Kommentar

Rezept Bewertung