Ob Ostern, Allerheiligen oder Weihnachten – süßes Germteiggebäck gehört zu Österreichs Festlichkeiten einfach dazu.
Was täten wir nur ohne ihn? Der Germteig gehört zur österreichischen Mehlspeisküche wie, wie, ja wie… wie der Hahn in den Korb und wie der Topf unter den Deckel. 😉 Wie auch immer, ein perfect match sozusagen und deshalb präsentiere ich heute hier das Grundrezept für den süßen Germteig. Für Osterhasen, Striezel, Allerheiligenwecken, Krampusse und Co. ist es nämlich gar nicht notwendig, immer einen anderen Teig zu verwenden. Richtig gelesen: ein Teig reicht vollkommen! Und sogar Nuss- oder Mohnstrudel lassen sich daraus zubereiten. Ganz schöne Bandbreite also und umso besser, wenn man dafür nicht verschiedenste Rezepte suchen und hervorkramen muss…
Für einen Germteig (ob süß oder pikant) verwende ich immer frische Germ. Natürlich ist es auch möglich, Trockengerm zu nehmen. Allerdings habe ich festgestellt, dass das Gebäck nicht so gut aufgeht und auch nicht so locker und luftig wird. Nun ist das bei manchen Gebäcken vielleicht ja so gewünscht, wie etwa Kipferl, die nach dem Backen nicht wie unförmige Gebilde aussehen sollen, oder etwa bei Pizzamuffins, wo ein dünner Germteig in die Muffinform gelegt wird und anschließend wie eine Pizza belegt wird. Da ist es ja eher von Vorteil, wenn der Teig nicht den ganzen Belag während des Backens nach oben schiebt. Aber wenn es um Gebildgebäck oder Striezel geht, ist es auf jeden Fall erwünscht, wenn dieses nach dem Backen locker, weich und flauschig ist. Und genau das schafft man mit der frischen Hefe am besten.
Weiters ist die Rastzeit wichtig. Normalerweise lässt man einen Germteig etwa eine Stunde gehen. Wenn alle Zutaten bei der Verwendung bereits Raumtemperatur haben (nicht nur die Milch, sondern auch das Mehl, die Eier, etc.), dann kann sich die Ruhezeit durchaus verkürzen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass sich das Volumen des Teiges deutlich vergrößert hat. Dann ist er zum „Ausmachen“ bereit. Je nachdem, welches Gebäck man zubereiten möchte, wird der Teig in größere oder kleinere Portionen geteilt und diese werden als allererstes zu Kugeln geformt. Nun dürfen sie sich noch einmal entspannen. Gibt man dem Teig nicht die nötigen Ruhephasen, dann erzielt man auch kein optimales Ergebnis. Erst jetzt können die Kugeln zu Strängen gerollt und beliebiges Gebäck geformt werden. Hinweis: Sollten sich die Stränge während des Rollens immer wieder zusammenziehen, dann ist das das Zeichen dafür, dass der Teig nicht entspannt genug ist. Dann einfach den Strang noch ein paar Minuten liegen lassen und danach weiter ausrollen.
Auf dem Blech sollten die fertig geformten Gebäcke wieder ein wenig rasten dürfen, bevor sie mit verquirltem Ei bestrichen und in den Ofen geschoben werden. Wenn ein fertig geformter Striezel auf dem Blech noch etwa 20 – 30 Minuten gehen darf, reißt er beim Backen nicht auf.
Na, Lust bekommen zu backen? Dann an die Bleche, fertig, los!
Viel Spaß und gutes Gelingen,
eure Veronika




3 Comments
Eins A dieses Rezept. Sehr empfehlenswert
Super, kann man den Germteig auch für gedeckten Apfelkuchen verwenden? Ich backe den nämlich oft auch mit Germteig und wollte mal ein anderes Germteigrezept dafür ausprobieren.
Liebe Sonja,
der Teig eignet sich ganz sicher auch gut für einen gedeckten Apfelkuchen.
Wünsch dir gutes Gelingen!
Liebe Grüße,
Veronika